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Sunday, September 21, 2008

Eine weltbewegende Frage

Warum bekommt man Dinge, die man 4 Wochen lang verwendet, meistens in Dreierpacks? Das ist bei meinem Wasserfilter und bei meinen Kontaktlinsen der Fall.

Sunday, September 7, 2008

Kerstin und das Alter

Gestern in der Früh machte ich eine falsche Bewegung und mein Genick tat mir plötzlich schrecklich weh. Dank der Fitness-Gehirnwäsche deren Opfer ich ja bekanntlich geworden bin, dachte ich, "Ach, so ein bißchen Bewegung ist sicher gut für meinen Hals" und ging frohgemut turnen.

Mit dem Resultat, dass ich heute nacht um drei aufwachte und meinen Kopf nicht mehr bewegen konnte. Ich leide ein bißchen unter Hypochondrie und besonders mutterseelenallein um drei Uhr morgens bin ich gerne überzeugt davon, dass ich an schrecklichen unheilbaren Krankheiten leide. Ich war also sicher, dass ich eine Vorstufe zu einer absoluten Ganzkörperlähmung hatte. Damit ich wenigstens schlafen konnte, warf ich eine Schmerztablette ein, tat mir schrecklich leid und schlief wieder ein.

Beim Aufwachen tat es noch immer weh und ich fühlte mich, als ob ich mindestens 120 Jahre als wäre. Ich wickelte mir einen Schal um den Hals, denn das fand ich passend. Nachmittags musste ich mich mit unserer neuen Sprachassistentin treffen, deren "Mentorin" ich angeblich bin. Diese Bezeichnung macht mich auch nicht jünger, finde ich. Außerdem ist mir aufgefallen, wie viele Produkte ich neuerdings brauche, um halbwegs öffentlichtauglich auszusehen. Was ich ja musste, denn ich musste ja die Assistentin treffen... Kurz: Ich bin heute schlecht gelaunt und ich mag das Alter nicht.

Friday, August 22, 2008

Kerstin denkt darüber nach eine moderne Julian of Norwich zu werden

Linz sucht einen Domeremiten. Ich denke, ich sollte mich bewerben. Endlich eine Gelegenheit meine antisoziale und misanthrope Ader gewinnbringend auszuleben.

Friday, August 15, 2008

Ein etwas oberflächlicher Eintrag

Heute habe ich also gelernt, wie ich mich in Zukunft ganz strategisch straffen werde. Toning, nennt man das. Das war alles sehr interessant, obwohl ich mich anfangs ein bisschen fürchtete, weil ich wieder auf seltsame Maschinen, die ein bisschen wie der Untersuchungsstuhl beim Gynäkologen aussahen, musste, und die auch gefährlich nahe bei den grunzenden Bodybuildern standen. Aber Brian hat mich jedes Mal sehr gelobt und besonders schön fand er meine Ausfallschritte.

Bei dieser ganzen ernsthaften Beschäftigung mit der eigenen Körperlichkeit kam ich nicht umhin auch ein bisschen in mich zu gehen, denn wir wissen, das Verhältnis zwischen selbst und Körper ist ein schwieriges. Nun hatte ich bisher das Glück, mich nicht sonderlich über das aufregen zu müssen, was man gemeinhin Problemzonen nennt. Was aber natürlich nicht heißt, dass ich wie ein weiblicher Narziss durchs Leben schwebe, denn heute wurde mir klar, welcher Körperteil mich am meisten beschäftigt und bei dessen Wahrnehmung ich mit schöner Regelmäßigkeit doch gewisse Wahrnehmungsstörungen an den Tag lege: meine Wimpern.

Ich weiß nicht, wann das angefangen hat, aber ich bin beispielsweise mehr oder weniger unfähig, das Haus ohne Wimperntusche zu verlassen. Unter keinen Umständen würde ich sonntags die Zeitung beim Kiosk um die Ecke ohne Mascara kaufen gehen und Mistkübel-Runtertragen ist ein Grenzfall. In der Endphase meiner Diss, was ja bekanntlich ein psychischer Ausnahmezustand ist, habe einmal wirklich auf die Wimperntusche vergessen. Als ich das dann bei einem Toilettenbesuch feststellte, schrie ich laut auf und rannte zitternd zum Schlecker hinter dem KG IV, um möglichst schnell an den schwarzen, Länge und Dichte versprechenden Stoff zu kommen.

Meine Wimperntusche muss auf jeden Fall tiefschwarz sein und sollte grundsätzlich in der Lage sein, meinen Augen eine gewisse disneyhafte Ausstrahlung zu geben. Kurz gesagt: Ich will Bambi sein! Wenigstens was meine Augen betrifft. Und das ist auch das Problem, denn kein Mascara ist auf Dauer gut genug. Und langsam erkenne ich ein selbstzerstörerisches Beziehungsmuster: Ich lasse mich von Werbungen betören, ignoriere den diskreten Hinweis am unteren Seitenrand, dass beim Shooting falsche Wimpern verwendet wurden, kaufe die Tusche, bin einige Zeit ekstatisch, nur um mich dann enttäuscht abzuwenden. Ich gewöhne mich nämlich an den Effekt und was eben noch der heilige Mascara-Gral war ist öde und langweilig und wir haben uns auseinandergelebt. Und ich muss mich wieder auf die Suche machen nach der einzigen und perfekten Wimperntusche.

Außerdem bin ich von den Wimpern anderer Leute besessen, wobei ich jede Vernunft ausschalte. Neulich sah ich Private Practice, was ein spin off von Grey's Anatomy ist. Ich will hier gar nicht auf die Vorzüge diverser Krankenhausserien eingehen, denn das einzige, an was ich mich erinnern kann, sind die Wimpern der Hauptdarstellerin. So lang, so dicht, so perfekt! Die hätte man im Notfall als Kuscheltiere verwenden können! Die Fiktionalität des Mediums völlig vergessend wimmerte ich: "Das geht doch nicht! Das sind doch falsche Wimpern! Mit denen kann man doch nicht operieren, was ist wenn die in den Patienten fallen?" Und natürlich wollte ich auch solche Wimpern, denn wenn ich sie hätte, wäre mein Leben perfekt und Schmetterlinge und kleine kuschelige Häschen würden meinen Weg säumen.

Als ich mich wieder etwas gefangen hatte, wurde mir klar, was hier gespielt wird. Betrachtet man es nämlich näher, fällt auf, dass man in Film- und Printmedien kaum mehr echte Wimpern sieht, nur falsche und/oder retouchierte. Und labile Menschen wie ich sind das Opfer, denn sie vergleichen die eigenen Wimpern mit dem unerreichbaren Ideal und machen sich wieder einmal verzweifelt auf die Suche …

Friday, July 4, 2008

Lustig singt die Regentonne

Das Wetter in Irland ist allgegenwärtig und man entkommt ihm nicht. Leider ist das Wetter zur Zeit gerade Regen mit capital r. Das einzige was mich im Moment von einer ausgewachsenen Wetterdepression abhält ist dieses Gedicht, welches ich in der ersten Klasse Volksschule auswendig gelernt habe. Es stammt aus dem wunderbaren Buch Lustig singt die Regentonne von Vera Ferra-Mikura (deren Namen ich immer schon toll fand):

Trippeltropf, wo ist die Sonne?
Trippeltropf, wer kann sie sehn?
Lustig singt die Regentonne:
Oh, wie ist mein Leben schön!
Frosch im Gras,
volles Fass,
plansch, die ganze Welt ist nass!
Trippeltropf auf alle Dächer,
trippeltropf den langen Tag.
Meine Schuhe haben Löcher,
brrrr, wie das nur enden mag?
Frosch im Gras,
volles Fass,
plansch, die ganze Welt ist nass!